Die Naturschutzverbände des Kreises Warendorf, BUND, der NABU und der VNU/LNU lehnen Ortsumfahrungen als Landschafts zerstörende und Klima belastende Eingriffe grundsätzlich ab. Nach wie vor haben die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene und die Förderung des ÖPNV Priorität vor der Förderung des motorisierten Straßenverkehrs. Deshalb wird auch der Bau der Orstumgehung Albersloh im Zuge der L 586 abgelehnt.

In einer ausführlichen Stellungnahme haben die genannten Naturschutzverbände ihre ablehnende Haltung begründet. Nach ihrer Ansicht besteht verkehrsplanerisch keine Notwendigkeit, eine Ortsumgehung zu bauen. Auch ohne den Bau einer OU Albersloh können durchaus Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation, d. h. zur Minderung der Verkehrsmengen in der Ortslage geschaffen werden. Den vollständigen Text der Stellungnahme der BUND Kreisgruppe Warendorf können Sie hier downloaden.

Schutzmaßnahmen bei der Orstumgehung Wolbeck

Gepflanzte Buchen-Heister auf Initiative der Verbände

Am 16. Dezember 2014 wurde die OU Wolbeck für den Verkehr frei gegeben. Zuvor waren auf der Krone der Anrampung, die durch das waldreiche Gebiet der „Tiergartenheide“ auf die Brücke über die WLE-Strecke Münster - Beckum zuführt, in dichter Folge etwa vier Meter hohe Buchen-Heister gepflanzt worden.
Damit war eine Forderung der Naturschutzverbände des Kreises Warendorf erfüllt worden. Denn um bei dem nicht mehr zu verhindernden Bau der OU Wolbeck zum Mindesten auf die Erfordernis der Einhaltung der Vorschriften für besonders geschützte Tierarten gem. § 44 (1) BNatSchG zu dringen, hatte der NABU Kreisverband Warendorf, vertreten durch Alexander Och, für die Naturschutzverbände des Kreises Warendorf in seiner Stellungnahme im Dez. 2003 ausgeführt: „Bei den Schutzmaßnahmen … geht es um Anpflanzungen von Hecken …; hier haben wir große Bedenken. Das Problem sehen wir in der Wuchszeit der vorgesehenen Anpflanzungen, da man keine Hecke von 4 m Höhe pflanzen kann. Diese Höhe braucht man aber, um die streng geschützten Fledermäuse und auch Vögel wie Spechte, Eulen usw. vor Kollisionen mit dem Fahrzeugverkehr zu bewahren.“ Und weiter: „Weiter wäre der geplante Wildschutzzaun für tief fliegende Fledermäuse ein Hindernis, das diese nicht so gut orten können. Wenn dann Bäume und Hecken den 4 m-Höhenbereich geschlossen haben, kann das für die Fledermäuse schon zu spät sein.“
Die Hinweise auf die Populationsgefährdung der streng geschützten Fledermausarten veranlassten die Straßenbauverwaltung, vor ihrer Abwägung Kontakt mit allen beteiligten Fachbehörden und auch „mit dem in Münster ansässigen Biologen und Fledermausexperten Herrn Trappmann“ aufzunehmen. In der Stellungnahme der Straßenbauverwaltung zu den Einwendungen lautet das Ergebnis dieser Abstimmungen wie folgt: „Die Schutzmaßnahmen bzw. Überflughilfen sollen so früh wie möglich und vor der Inbetriebnahme der Umgehungsstraße durchgeführt werden.“
Somit wurde den Hinweisen der Naturschutzverbände in diesem Falle gefolgt, wie auf den Fotos zu sehen ist. Leider wurde die Anregung, den Wildschutzzaun so auszuführen, dass Fledermäuse dadurch nicht gefährdet werden, nicht aufgegriffen. Hierauf sollte der Landesbetrieb Straßen NRW noch angesprochen werden.



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